• Buchlesung im Vogtland - Fröbersgrün

    Estonia_Spiegel Frauen sind als Aktive im Motorsport nach wie vor eher die Ausnahme. Damals wie heute sind sie deshalb echte Farbtupfer und stehen oft im Mittelpunkt des Interesses. Auch der DDR-Rennsport lebte mit und von solch einem Farbtupfer – Helga Heinrich geb. Steudel. Über sie und mit ihr ist ein Buch erschienen, in dem ihr motorsportlicher Werdegang noch einmal nachgezeichnet und mit zahlreichen unterhaltsamen Anekdoten aus einer fast schon vergessenen Zeit garniert wurde. Dieses wird am Freitag, dem 27. November 2009 ab 19:00 Uhr im Bürgerhaus in Fröbersgrün (Syrau) im Beisein der schnellen Rennlady vorgestellt. Buch
    Als Motorradrennfahrerin der 1960er-Jahre, und unter ihrem Mädchenname Helga Steudel, gewann sie auf jeder ostdeutschen Rennstrecke. Unvergessen ist dabei ihr Sieg 1965 auf dem Sachsenring, als sie im Rahmen der Motorrad-WM im 125er-Juniorenlauf die gesamte Männerwelt düpierte. Nach ihrer Heirat feierte sie als Helga Heinrich ein Comeback im Automobilrennsport und dabei weitere zahlreiche Erfolge. Und doch war ihr Weg steinig und von einigen Rückschlägen begleitet. Im Buch „Helga Heinrich-Steudel – die Rennamazone aus dem Vogtland“ wird ihre Karriere noch einmal beleuchtet, aber auch viele Randgeschichten aus ihrem Leben und des Motorsports wiedergegeben.

    © HB- Werbung und Verlag GmbH - ISBN-Nr.: 978-3-00-022495-9

  • Die schnelle Helga in der ZDF-Mediathek

    BOXENSTOP STATT RUHESTAND

    Während am Wochenende der große Preis von Deutschland ausgetragen wird, fehlt "eine" in der Startposition: Helga Heinrich-Steudel. Sie ist die vermutlich älteste Rennfahrerin Deutschlands. Als sie ihre Karriere vor 50 Jahren begann, verwehrte ihr der Motorrad-Weltverband FIM die Piloten-Lizenz. Doch die geborene Rennfahrerin wechselte zum Autorennen und startete eine sagenhafte Karriere. Auch heute will die inzwischen 70-Jährige nichts vom Ruhestand wissen und klemmt sich lieber hinter das Steuer ihres Rennwagens.

    Im ZDF-Infokanal wird ML Mona Lisa regelmäßig wiederholt - jeweils Dienstags um 16.30 Uhr, Freitags um 23.30 Uhr und Sonntags um 11.00 Uhr. Und in der ZDF-Mediathek können Sie die Sendung ebenfalls noch einmal sehen.

    ML Mona Lisa im Internet

    Inzwischen ist der Beitrag über Helga in der ZDFmediathek zu sehen. Viel Spass beim anschauen.

  • Die schnelle Helga war wieder Live im MDR

    161009 MDR_Unter_Uns Unsere vogtländische Rennamazone Helga Heinrich-Steudel war am Freitag (16.10.2009) ab 22.00 Uhr in der Sendung „Unter Uns“ eine der Studiogäste. Die Sendung „Unter uns" im Domizil "Felsenkeller" in Weimar - das sind außergewöhnliche Geschichten aus dem ganz alltäglichen Leben. Sie sind spannend und tragisch, nachdenklich und anregend, heiter und lebensfroh.
    Helga Heinrich-Steudel fährt seit über 50 Jahren Motorrad- und Autorennen. Mit ihrem Sieg auf dem Sachsenring im Jahr 1965 ist sie bis heute die einzige Frau, die jemals ein Sachsenring-Rennen auf dem Motorrad gewann. Weil sie als Frau damals keine Lizenz für den internationalen Motorrad-Rennsport erhielt, wechselte sie 1970 zu den Rennwagen und wurde nicht nur in ihrer vogtländischen Heimat eine Berühmtheit. Noch immer will Helga Heinrich-Steudel von Ruhestand nichts wissen. Selbst ein schwerer Unfall im vergangenen Jahr hält sie nicht davon ab, bei Classic-Veranstaltungen Rennen zu fahren.

    Der MDR scheute keine Mühe - von Dresden aus dem Hause Melkus wurde ein RS 1000 geordert und kein geringerer als Ralf Waldmann brachte eine 125er MZ RE ins Studio, ohne selbst in der Sendung in Erscheinung zu treten. Hut ab! Welcher Grand-Prix-Fahrer würde das tun?

    Die Sendung konnte auch als Livestream und Podcast verfolgt werden.

  • Ein ganz besonderer Saisonabschluss 2009

    Tribüne Lausitzring Die Rennsportserie GLP-Pro hatte zum Wochenende 03./04. Oktober gemeinsam mit dem ADMV-Classic-Cup eine Veranstaltung auf dem Frohburger Dreieck geplant. Dies war leider nicht möglich und so suchte man gemeinsam nach einem Ausweichort, er wurde gefunden - mit dem Eurospeedway Lausitzring.
    Helga machte sich gemeinsam mit dem Team Stark Motorsport auf den Weg, alle drei Rennwagen an Bord. Alle Drei? Helgas Rennwagen Estonia 25 war zwei Wochen im Hause Tanzmann in Leipzig in guter Behandlung - dies sollte er noch unter Beweis stellen. Die Freude und der Respekt waren im Fahrerlager gross, Helga wollte zwei Wochen nach ihrem Crash wieder in ihren Rennwagen steigen und dies noch auf einem ihr bisher vollkommen unbekannten Kurs.
    Zur Strecke gibt`s auch noch einiges zu sagen. Die Strecke Eurospeedway in der Lausitz wurde im August 2000 eröffnet und ist seit dem mal mehr und mal weniger gut besucht. Sicher ist das Motodrom das modernste was es derzeit in Deutschland gibt. Ist es deshalb aber eine sinnvolle Investition am richtigen Standort? Die riesige Start- und Zieltribüne ist sicher noch nie vollbesetzt gewesen und erscheint irgendwie ein paar Nummern zu gross. Helga nahm die Strecke am Samstag das erste Mal unter die Räder, wie üblich die ersten 15min mit grosser Umsicht und noch nicht mit Vollgas. Der Rennwagen musste ja auch erst wieder eingefahren Einstellungen_Lausitzring werden. Der zweite Teil des ersten Trainingslaufes lief dann auch schon sichtlich schneller ab, ganz zur Freude der anwesenden Fans und natürlich auch von Helga. Anschliessend gab sie den Schraubern ihren Bericht und Eindruck vom Auto, was zu einigen Einstellungsänderungen führte. Diese erwiesen sich für die Rennstrecke als genau richtig. Am nächsten Morgen gab es ein weiteres Training. Nach wenigen Runden kamen Helga und Oli - er im Estonia 21 - in die Box und wollten von Slicks auf Regenreifen wechseln. Das in der Box verbliebene Team mühte sich redlich dies schnell zu erledigen, damit beiden noch ein paar Runden möglich sind. Am Ende gelangen beiden noch zwei volle Runden. Beide entschieden sich dann auch im Rennen die Regenreifen weiterzufahren, ganz im Gegensatz zu unserem dritten Fahrer Matthias "Charly" - er fuhr weiter auf Slicks. Das Rennen wurde mit einem fliegenden Start unter die Räder genommen - wobei es sich hier wieder um eine Gleichmäßigkeitsveranstaltung handelte. Bereits nach 2-3 Runden war die Ideallinie trocken und einige der mit Regenreifen gestarteten dachten sicher bereits über einen Reifenwechsel nach. Das Rennen wurde aber wegen einer durch einen Motorplatzer verursachte Pokal_Lausitzring Ölspur erstmal unterbrochen. Alle Fahrer legten einen Stopp in der Boxengasse ein und übten sich in Geduld. Was nach einigen Minuten aber nicht belohnt wurde, denn die Ölspur war wohl doch länger als zu erst vermutet. Somit mussten die wenigen gezeiteten Runden genügen. Die Aufregung war dann gross als es zur Siegerehrung hieß - Bei den Rennwagen hat das erste Mal in diesem Jahr eine Frau gewonnen. - Eine Frau? Helga ist die einzige weibliche Starterin. Helga hat tatsächlich 14 Tage nach ihrem Crash beim Mühlwandbergpreis das Gleichmäßigkeitsrennen auf dem Lausitzring gewonnen. Ein völlig unerwarteter Sieg der alle begeisterte. Helga herzlichen Glückwunsch von uns allen!

  • Schnelle Helga im TV am Donnerstag (01.10.2009) im MDR in der Sendung "Hier ab Vier"

    Helga und MDR-Team Sie ist 70 Jahre alt und fährt ganz selbstverständlich immer noch Auto. Allerdings keine normalen Autos, wie Sie vielleicht jetzt denken: Nein, Helga Heinrich-Steudel ist Deutschlands wohl älteste Rennfahrerin und eine Legende im DDR-Motorsport. Die "Rennamazone aus dem Vogtland" kann einfach nicht von schnellen Motorrädern und Autos lassen. Welchen Kick ihr das bringt, erzählt sie am Donnerstag 01.10.2009 live im MDR in der Sendung "Hier ab Vier" in der Zeit von 16-16.45 Uhr.

  • Helga am Wochenende beim Mühlwandbergpreis

    Fankurve_Mühlwand Das Bergrennen an der vogtländischen Mühlwand stand in diesem Jahr ganz im Zeichen des doppelten Jubiläumsjahres unserer schnellen Helga. Der Oldtimer-Club Reichenbach warb auf Postern und dem Programmheft mit der wohl bekanntesten Rennfahrerin und ihrem 70. Geburtstag und 50 jährigen Rennjubiläum. Selbst eine Fankurve wurde in diesem Jahr nach ihr benannt. Helga Heinrich-Steudel stand wie vor zwei Jahren wieder als Doppelstarterin mit einer 125er MZ RE-Eigenbau und dem Rennwagen Estonia 25 am Start.
    Samstag - Auf den Tag genau vor einem Jahr stürzte Helga Heinrich-Steudel spektakulär auf dem Hockenheimring, dieses Zeichen hätten wir in der Planung wohl ernster nehmen sollen. Die MZ erlebte den ersten Mühlwand_Estonia Trainingslauf nicht, sie sprang einfach nicht an. Helgas Kummer war schnell verflogen - "hab ja noch meinen Rennwagen". Schwupps sprang sie von der Motorrad-Lederkombi in die Rennwagenkombi. Die Fahrt vom Fahrerlager zum Start an der Mühlwand war problemlos absolviert, dann sprang plötzlich der Estonia auch nicht mehr an. Schrauber Frank - als frischgebackener Papa wohl mit viel Kraft versehen - schob Helga im Rennwagen einfach an und wir schauten ihr frohen Mutes hinterher. Bis, ja bis die rote Flagge kam und dies einen Abbruch bedeutete - O-Ton: "Helgas Rennwagen liegt im Graben." An der Unfallstelle angekommen galt unsere erste Sorge natürlich der Gesundheit von Helga - alles TOP, das neue Hans-System hat nen Super-Job gemacht. Aber der Estonia sah vorn links ziemlich übel aus, da war so ziemlich alles kaputt was man halt kaputt machen kann wenn man einem Telegrafenmast mit zu hoher Geschwindigkeit zu nahe kommt. Mühlwand_Motorrad Das Helga Heinrich Nerven wie Stahlseile hat bewies sie anschließend, denn sie lies keine Zweifel aufkommen und stieg wieder in ihre Motorradkluft um endlich einen ersten Trainingslauf mit der wieder fahrbereiten MZ machen zu können. Die Tränen der Wut fegte somit der Fahrtwind beiseite.
    Über den Sonntag sei nur soviel zu sagen: Gleichmäßigkeit war auch dieses Wochenende nicht so wirklich drin. Denn Helga machte es wieder von Fahrt zu Fahrt mehr Spass und es hätten ruhig noch mehr Läufe sein können.

    Fazit: Der Estonia-Rennwagen ist seit Montag in bewährten Händen in Leipzig, das Classic-Wochenende auf dem Hockenheimring wird dieses Jahr ohne Helga stattfinden und am 03./04.10. findet der Saisonausklang dann wieder mit Helga und ihrem roten Flitzer auf dem Lausitzring statt.

  • Die schnelle Helga fährt beim Kyffhäuser Bergrennen

    DSCF0453_k Die Organisatoren des Kyffhäuser-Bergrennens biegen auf die Zielgerade ein. Das Motorsportereignis am "Berg der Berge" lockt von Freitag bis Sonntag mit einem bisher nicht gekannten breit gefächerten Angebot.
    "Ein ansprechendes Rahmenprogramm steht, Fahrer haben wir auch, brauchen wir nur noch gutes Wetter", sagt Marcel Kübler von der gastgebenden Kyffhäuser Motorsport Gemeinschaft. Die Trainingsläufe für alle, die sich um Punkte für die deutsche Meisterschaft bewerben, wie auch die Referenzläufe für die Teilnehmer an der historischen Berg-Gleichmäßigkeitsprüfung finden am Samstag statt, die Wertungsläufe am Sonntag. An beiden Tagen ist von 9 bis 18 Uhr am Berg mächtig Betrieb - von einer kleinen halbstündigen Siesta einmal abgesehen.

    Am Sonntag gegen 10 Uhr erfolgt die feierliche Eröffnung durch den DSCF0455_k offiziellen Schirmherren. Kyffhäuser-Landrat Peter Hengstermann hat dieses Amt schon zu früheren Auflagen zur Zufriedenheit aller ausgeübt, bekommt aber zur Sicherheit einen neuen Schirm gestellt. Marcel Kübler: "Insgesamt hat sich für das Bergrennen durch die beiden Kategorien - Meisterschaft und historische Gleichmäßigkeitsprüfung - diesmal eine nette Symbiose aus professionellem Motorrennsport und Fahrzeugschau mit Fahrzeugen ab Baujahr 1952 ergeben." Knapp hundert Fahrer haben sich in die Startlisten eingeschrieben. Unter den Gleichmäßigkeitsfahrern sticht der Name von Helga Heinrich-Steudel heraus. Die bekannte vogtländische Motorrad- und Autorennfahrerin, erfolgreichste Rennsportlerin der DDR, geht mit dem Team Stark Motorsport aus Bad Lobenstein in einem Rennwagen der Formel Easter, einem Estonia 25 mit 1600 Kubikzentimetern Hubraum in das Rennwochenende. Sie ist bis heute die einzige Motorrad-Sachsenring-Siegerin, gewann am 17. Juli 1965 dort in der 125-ccm-Ausweisklasse im Rahmen der Motorrad-Weltmeisterschaft. 1970 wechselte die schnelle Frau auf vier Räder. Ihre Motorsportkarriere beendete sie Ende 1983. Seit 2004 fährt sie wieder Gleichmäßigkeits- und Classicrennen - im Estonia und auch auf einer MZ RE 125.

  • Medienschau - Adrenalin-Kick mit 70

    Helga Heinrich-Steudel fährt seit 50 Jahren Motorrad- und Autorennen

    Präsentationsfoto MYLAU/HALLE/MZ. Natürlich wird sie dabei sein. Wenn an diesem Wochenende der Motorrad Grand Prix in Hohenstein-Ernstthal ausgetragen wird, hält Helga Heinrich-Steudel nichts zu Hause. Sie wird nicht mitfahren - diesmal -, aber als Zuschauerin auf dem Sachsenring mitfiebern. Und ganz sicher wird sie sich erinnern. An einen großen Erfolg und einen Verlust: den ihres wichtigsten Pokals.

    Vielleicht steht er irgendwo verstaubt auf einem Dachboden. Vielleicht hat ihn längst jemand gefunden, ohne zu ahnen, was er seiner Besitzerin bedeutet. Die 70-Jährige aus Mylau (Vogtlandkreis) weiß es nicht. Sie mag nicht grübeln, selbst wenn des Rätsels Lösung ihr den Herzenswunsch erfüllen könnte.

    1965 ist ihr im halleschen Steintor-Varieté der Pokal für ihren Sieg bei Sachsenring-Rennen abhanden gekommen. Sie ist die einzige Frau, die auf der legendären Rennstrecke als erste ins Ziel kam. Motorradrennfahrer-Ikone Mike Hailwood aus England hat ihr damals die Hand geschüttelt, als sie nach einer phänomenalen Aufholjagd beim WM-Lauf das Regenrennen der 125-Kubikzentimeter-Ausweisklasse gewann. Komiker Eberhard Cohrs lud sie zur Show im Steintor ein. Eine siegreiche Frau - die Ausnahme im DDR-Rennsport. Doch für Heinrich-Steudel endete die Show mit Entsetzen: "Als ich meine Sachen packte, war der Pokal weg." Es ist der einzige, der ihr aus ihrer außergewöhnlichen Karriere fehlt, die bis heute andauert.

    An ihrer Laufbahn, sagt sie, waren die Eltern nicht ganz unschuldig. Sie waren es, die der begeisterten Geräteturnerin und Leichtathletin den Besuch der Sportschule ausredeten - in der heimischen Landwirtschaft war Hilfe gefragt. Also blieb die junge Helga Steudel. Und entdeckte ihre Liebe zum Motorrad, einer Java 350. Der erste Renntermin für die junge Frau war 1959. "Ich wurde verhöhnt und verspottet", erinnert sie sich. "Geh zurück an den Kochtopf", riet ihr die männliche Konkurrenz. "Am nächsten Tag bin ich die schnellste Trainingszeit gefahren. Da hat mich erstmal keiner mehr gegrüßt."

    In den folgenden Jahren erarbeitete sich die Rennamazone den Respekt ihrer Konkurrenz. Als erfolgreichste Rennsportlerin der DDR wurde sie geachtet und geschätzt - wenn auch wohl von manchem am liebsten dann, wenn er nicht gerade ihre Rücklichter vor sich hatte. Allzu oft war das nicht der Fall: Heinrich-Steudel gewann auf den DDR-Rennstrecken so oft, dass ihr irgendwann die Herausforderung fehlte. Doch eine internationale Lizenz blieb ihr verwehrt - der in Paris ansässige Motorsportverband sah sie für Frauen auf dem Motorrad damals schlicht nicht vor.

    Heinrich-Steudel machte aus der Not eine Tugend: Sie hängte die Motorrad-Kombi an den Nagel und startete ab 1970 auf vier Rädern. Mit einem RS 1000 bestritt sie ihr erstes Rennen, mit einem offenen Sportwagen "Spider B6" zeigte sie der Konkurrenz erneut Rücklichter. Und nur zu gern erzählt sie heute von der Entwicklung des MT 77 in der bekannten Rennwagenschmiede Melkus in Dresden. Dann schmunzelt Heinrich-Steudel über die "sozialistische Renngemeinschaft", die sich die Teile selbst besorgen musste. 40 Federn mit 100 West-Mark Bestechung direkt vom Hersteller, die Reifen in Tschechien, den Motor auf dem Schrottplatz. Und auf vier Rädern gelang ihr endlich, was ihr auf zweien verwehrt blieb: die internationale Lizenz. Heinrich-Steudel wurde auf Strecken im osteuropäischen Ausland heimisch, bis sie den Rennsport 1983 erneut aufgab.

    Es sollte wieder nur eine Pause sein, die sie sich mit ihren bis heute zweitliebsten Hobbies Windsurfen und Abfahrtski vertrieb. Der Adrenalinstoß beim Rennen, der Drang nach dem perfekt funktionierenden Fahrzeug treiben die 70-Jährige immer noch an. Seit 2004 fährt sie wieder Autorennen, zwei Jahre später setzte sie sich auch aufs Motorrad. Elf Classic-Rennen stehen 2009 auf dem Plan.

    "Ich riskiere nicht mehr die letzte Rille, aber sonst hat sich nichts geändert", sagt die Mylauerin. Selbst Verletzungen konnten und können sie nicht abschrecken. 1959, beim Renndebüt, hatte sie den ersten Unfall. Ein Jahr später verunglückte sie in Berlin schwer - manch Zuschauer hatte sie damals schon für tot erklärt. "Von da an habe ich gedacht: du hast das ewige Leben", sagt sie. Im September 2008 stürzte Heinrich-Steudel auf dem Hockenheimring. Wer sie heute sieht, mag kaum glauben, dass die Seniorin sich dabei einen Serienrippenbruch, einen doppelten Schlüsselbeinbruch und eine Fingerfraktur zuzog. Keine sieben Monate später saß sie wieder auf dem Motorrad.

    Wie ihre Pläne aussehen? "Mein Team rechnet noch mindestens fünf Jahre mit mir", sagt sie lächelnd. Und hält es so wie mit dem Farbengeschäft, das sie mit ihrem rennsportbegeisterten, wenn auch nicht selbst fahrenden Mann seit 1974 führt: Solange es die Gesundheit erlaubt, geht es weiter. Auf dem Motorrad trägt sie noch ihre Leder-Kombi von 1965 - ebenso wie ihre Startnummer 112. Für den Rennwagen bekam sie zum 70. Geburtstag neue Kleidung geschenkt. Nur den Wunsch nach ihrem originalen Sachsenring-Pokal konnte noch niemand erfüllen.

    Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, Redakteurin Katrin Löwe

  • Helga Heinrich-Steudel fährt erstmalig in der Motorsportarena Oschersleben

    DSCF0128 Mylau. Die bekannte vogtländische Motorrad- und Autorennfahrerin Helga Heinrich-Steudel kommt am nächsten Wochenende (10.-12.07.2009) erstmalig nach Oschersleben.
    Gemeinsam mit dem Team Stark Motorsport aus Bad Lobenstein bestreitet sie das Rennwochenende mit einem Rennwagen Formel Easter Estonia 25 (1600ccm).

    Die regionale Tageszeitung Volksstimme berichtet

    Helga Blick in Estonia Rennbericht: Das Wochenende in Oschersleben ist inzwischen Geschichte, Helga und Matthias "Charly" Stark hatten ein erfolgreiches Rennen absolviert. Nur der Estonia 21 von Oliver "Oli" Stark musste am Sonntag im Fahrerlager stehen bleiben. Nachdem Helga am Freitag und Samstag im Training im Schatten von Charly den Kurs erkundete, ging es am Samstagabend zusätzlich noch zu Fuss über den Kurs um ihn ganz exakt ins Auge zu fassen. Helga hatte ihn sich wohl so gut verinnerlicht, dass sie am Sonntag zum Präsentationslauf nach zwei Runden Charly auf der Start-und-Ziel-Gerade den Auspuff ihres Estonia 25 zeigte und diese Position auch nicht mehr gewillt war aufzugeben. Im Rennen Oschersleben Strahlend entstieg Helga ihrem roten Flitzer und freute sich schon auf den Wertungslauf am Nachmittag. Das Wetter war das ganze Wochenende auf Seiten des Teams - immer wenn die Formelrennwagen der GLP-Pro-Serie auf die Strecke mussten - kam kein Tropfen vom Himmel. Kurzzeitig sah es nun am Sonntagnachmittag so aus als würde sie es nun doch noch erwischen, aber die Startverzögerung brachte es mit sich, dass auch dieser Lauf gefahrlos mit Slicks gefahren werden konnte. Es wurde Helgas erster Rundstreckenlauf seit Jahren und diesen absolvierte sie souverän. Die Gleichmäßigkeit, sonst ihre grosse Stärke, konnte sie hier noch nicht so gut ausspielen, aber das war am Ende auch nicht so wirklich wichtig. Es machte Helga und Charly viel Spass und alle freuten sich das die Boliden super gelaufen sind.

  • Helga Heinrich-Steudel kommt zum Bergrennen in Roßwein

    Helga Steudel Die bekannte vogtländische Motorrad- und Autorennfahrerin Helga Heinrich-Steudel kommt am Sonntag (05.07.2009) nach 47 Jahren erstmalig wieder zum Bergrennen in Roßwein.
    Bereits in den Jahren 1961 und 1962 fuhr sie das Bergrennen mit einem Rennmotorad. Im ersten Jahr noch mit einer Clubmaschine des MC Zwickau, dann 1962 mit ihrer 350er Jawa. So schrieb die Tageszeitung „LVZ“ (Ausgabe Döbeln) zum II. Roßweiner Bergrennen vom MC Döbeln am 09. September 1962; Zitat: „Im vergangenen Jahr war es, als der MC Döbeln zum ersten Mal mit einer Bergrennveranstaltung die Motorsportfreunde begeisterte. Heute, am 09. September 1962, wird mittags 12.30 Uhr der Start zum 2. Roßweiner Bergrennen freigegeben. Das Training findet ab 07.30 Uhr auf der Strecke Roßwein-Etzdorf statt. Bis zum heutigen Tag haben 91 Sportfreunde ihre Nennung zum Rennen abgegeben, darunter auch die Sportfreundin Helga Steudel aus Zwickau, vielen unserer Zuschauer vom vergangenen Jahr bekannt, die eine 350er Jawa über den Kurs steuern wird....“

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